Die besten Taxi-Dienste in Moskau

Von Alexander Popov

Wie man in Moskau am besten Taxi fährt

Moskau ist eine Riesen-Metropole – die Hauptstadt der russischen Föderation ist drei Mal so groß und hat drei Mal so viele Einwohner, wie beispielsweise Berlin. Natürlich ist da von A nach B zu kommen ein wichtiges Thema für Besucher und Einheimische gleichermaßen. Die Metro ist sicherlich das Fortbewegungsmittel Nummer eins in der russischen Mega-City.

Doch so praktisch die U-Bahn auch sein mag: In der Rush Hour kann es verdammt stickig werden in den Zügen – gerade im Stadtzentrum und auf der Ring-Linie platzen die Züge morgens und am Vorabend aus allen Nähten und zum Teil muss man mehrere Metros abwarten, um überhaupt einsteigen zu können. Zudem kommt man per Metro nicht zum Flughafen. Die naheliegendste Lösung ist da sicherlich das Taxi.

Dabei muss man als Auswärtiger in Sachen Moskau und Taxis einiges wissen. Zu Sowjet-Zeiten waren Taxis nach deutschen Maßstäben zwar bezahlbar, doch nicht wettbewerbsfähig im Vergleich zum stark subventionierten öffentlichen Nahverkehr. Dazu hatten Taxi-Fahrer einen schlechten Ruf und eine oftmals fragwürdige Arbeitsmoral. Kaum jemand fuhr in Moskau Taxi und dementsprechend wenige gab es auch.

Ganz anders dann die Entwicklung in den wilden, für Russland wirtschaftlich schwierigen Neunzigern, in denen sich selbst viele Ärzte, Ingenieure und Wissenschaftler etwas als Taxi-Fahrer dazu verdienen mussten. Das sogenannte „Bombil“ (vom russischen Wort bombit, sich etwas dazu verdienen) war geboren.

Es bürgerte sich ein, dass man als Fußgänger am Straßenrand nur die Hand raushalten musste und innerhalb von Minuten ein (meist unmarkiertes) Taxi, oder Bombil anhält. Eine kurze Verhandlung über den Preis und schon ist man auf dem Weg. Im Jahr 2011 schätzte die Moskauer Stadtverwaltung, dass neben den 5.000 lizenzierten Taxis mindestens zehn Mal so viele Schwarztaxis unterwegs waren.

Schwarz-Taxis – für Touristen nicht ratsam

Für Touristen, besonders Russland-unerfahrene, sind diese Taxis aber alles andere als ratsam. Zunächst wird man ohne Russisch-Kenntnisse selbst bei wohlwollenden Bombil-Fahrern Verständigungs-Probleme haben. Selbst mit ordentlichem Schul-Russische fehlen einem als Tourist die Ortskenntnisse und eine Vorstellung über übliche Preise – weswegen man den vielen schwarzen Schafen unter den Schwarztaxi-Fahrern quasi ausgeliefert ist.

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Sollte man aber über ausreichend Russisch-Kenntnisse verfügen, sich vorher über den genauen Weg im klaren sein und auch noch gut verhandeln können, lohnt es sich unter Umständen die unter Moskowitern immer noch sehr beliebten Schwarz-Taxis ein Mal auszuprobieren. Denn mit den immer beliebter werdenden Taxi-Apps sind die Schwarz-Taxis ein langsam aber sicher aussterbendes Phänomen. Als Faustregel sollte man nicht mehr als 500 Rubel für eine Fahrt innerhalb Moskaus zahlen und sofern ein Fahrer zu viel verlangt, einfach weitergehen.

Taxi-Apps: Gett, Yandex, oder Uber?

Mit einer SIM-Karte und mobilem Internet ausgerüstet, ist es als Tourist sicherlich die beste Option, sich per Taxi-App fortzubewegen. Der weltweit führende Anbieter Uber spielt in Russland nur eine untergeordnete Rolle. Zwar existiert die App auch in Russland, doch arbeitet Uber hier in Kooperation mit dem lokalen Platzhirsch Yandex Taxi zusammen. Yandex wird oft als das russische Google bezeichnet und ist im ehemaligen Sowjetraum auch als Taxi-Dienst sehr beliebt. Bestellt man also ein Uber fährt schlussendlich ein Yandex-Auto vor.

Die Yandex-App funktioniert ähnlich, wie die von Uber auch. Man sieht im Voraus den später zu zahlenden Fahrpreis, das Nummernschild sowie den Fahrzeugtyp und die bisherigen Bewertungen des Fahrers. Jedoch kann man bei Yandex nicht nur mit Kreditkarte, sondern auch in Bar beim Fahrer bezahlen. Die Preise, die Yandex in Moskau für den sogenannten Eco-Tarif aufruft, sind sehr moderat. Der Basis-Fahrpreis, der fünf Minuten Fahrzeit und drei Kilometer inkludiert, liegt bei 129 Rubel, also etwa 1,70€. Jeder weitere Kilometer schlägt dann mit 10 Rubel, also 0,14 € zu Buche.

Fahrten zu den Moskauer Flughäfen werden mit dem normalen Tarif abgerechnet. Jedoch muss von den großen internationalen Airports Wnukowo, Scheremetjewo und Domodedowo in die Stadt eine Abholgebühr von 449 Rubel, also 6,15€ entrichtet werden.

Natürlich bietet Yandex, analog zum Angebot von Uber, auch höhenwertige Beförderungs-Angebote an. Vom Business-Tarif, bei dem man ab 349 Rubel (4,78 €) in einer Limousine chauffiert wird, bis hin zum sogenannten Ultimate-Tarif, bei dem man ab 1899 Rubel (26,02 €) in einer Mercedes S-Klasse durch Moskau gefahren wird, kennt das Yandex-Angebot keine Grenzen. Selbst speziell für den Transport für Kinder ausgestattete Fahrzeuge, mit Spezial-Lackierung können über die App bestellt werden.

Die Konkurrenz von Gett bietet eine ähnliche Angebots-Palette zu tendenziell günstigeren Preisen. Aktuell startet der günstigste Service in Fahrzeugen der VW-Polo-Klasse bei 99 Rubel (1,36 €). Fahrten zu den Moskauer Flughäfen kosten mit 350 Rubel (4,78 €) fast ein Viertel weniger, als bei Yandex. Auch der VIP-Service mit Fahrzeugen, die dem BMW 7er, der S-Klasse oder dem Audi A8 ist mit 700 Rubel (9,59 €) deutlich erschwinglicher – wenn hierbei auch weniger Inklusiv-Kilometer im Preis inbegriffen sind.

Klassische Taxi-Dienste: Rar und meist nur auf Bestellung

Taxis im westlichen Sinne sind in Moskau eher selten zu sehen. Einfach wie in Berlin, London oder New York ein Taxi von der Straße aus heranwinken? Das ist eher unwahrscheinlich, da es schlicht zu wenige Taxis gibt. Ein klassisches Taxi muss man in Moskau vorher telefonisch bestellen. Trotz der Konkurrenz durch Schwarz-Taxis und die immer beliebter werdenden Apps, gibt es immer noch zahlreiche Firmen, die dies anbieten.

Jedoch ist es meist unmöglich ohne Russisch-Kenntnisse eines dieser Taxis zu bestellen. Dienste, die speziell auf Touristen und ausländische Geschäfts-Reisende spezialisiert sind, lassen sich das meist teuer bezahlen. Deshalb überlässt man es als Tourist, sofern man nicht von Vornherein eine Taxi-App bevorzugt, die Bestellung dem Hotel oder lokalen Freunden.

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