Moskaus Top 13 – die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Russischen Hauptstadt

Von Alexander Popov

13 Moskau Sehenswürdigkeiten

Metropole, Megacity, faszinierender Moloch: Moskau ist eine atemberaubende Stadt, die erkundet werden will. Um wirklich alle Facetten der russischen Hauptstadt zu erkunden, bräuchte man Wochen – so viel Zeit hat aber leider kaum ein Reisender, weswegen man sich auf die absoluten Highlights konzentrieren sollte. Wir helfen euch bei der Auswahl mit unseren Top 13 Sehenswürdigkeiten Moskaus.

Der Rote Platz

Was der Times Square für New York, der Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor für Berlin, oder der Trafalgar Square für London ist – das ist der rote Platz für Moskau. Der zentrale Treffpunkt schlechthin, das berühmteste Fotomotiv sowie das absolute Zentrum der Stadt. Kein Ort steht mehr für Russland und Moskau als der „krasnaja ploshchad“, wie der Rote Platz im Russischen heißt.

Mit der gigantischen Militär-Parade zum Siegestag im zweiten Weltkrieg, die alljährlich am 9. Mai stattfindet, gehen die Bilder des Platzes Jahr für Jahr um die Welt. Doch den Rest des Jahres über trifft man hier vor allem einheimische wie ausländische Touristen, die friedlich fotografieren und die einzigartige Atmosphäre aufsaugen. Dabei sollte man den Platz zumindest ein Mal bei Tageslicht und, beispielsweise nach einem Kreml-Besuch, noch ein Mal Nachts angeleuchtet besuchen – denn dann ist die Atmosphäre noch ein Mal spektakulärer.

Steht man mittig auf dem riesigen mit Kopfstein gepflasterten Platz, sieht man im Uhzeigersinn: Den Kreml und die mit insgesamt 20 individuell gestalteten Türmen bestücke Kremlmauer, das direkt vor der Mauer gelegene Lenin-Mausoleum, das mit roten Backsteinen errichtete historische Museum, die kleine Kasaner Kathedrale, das beeindruckende Luxus-Kaufhaus GUM, die imposante Basilius-Kathedrale und schließlich in der Ferne die Brücke über den Fluss Moskwa. Dieses einzigartige Ensemble bietet mehr Sightseeing-Highlights auf einen Schlag, als sonst irgendein berühmter Ort auf der Welt.

Kein Wunder also, dass der Kreml und der Rote Platz zum Weltkulturerbe der UNESCO und zu den beliebtesten Fotomotiven weltweit gehören. Bei einem Moskau-Besuch kommt man um einen Besuch des Roten Platzes also nicht herum und ein Selfie ist quasi ebenso Pflicht – dorthin zu kommen ist auch für Russland-Novizen leich. Zwar hat der Rote Platz keine eigene Metro-Station, dennoch ist ein Kinderspiel den Weg dorthin zu finden – zumal der Platz das absolute geographische Zentrum der Stadt darstellt.

Im Umkreis findet man gleich vier Metro-Stationen, von denen aus es lediglich ein kurzer Fußmarsch zum Roten Platz ist: Okhotny Ryad und Teatralnaya direkt am Nordwest-Eingang des Platzes am historischen Museum; weiter im Westen die Station Lenin-Bücherei, von der aus man durch den Alexander-Garten zum gleichen Eingang gelangt. Sowie die Station Revolutionsplatz hinter dem Kaufhaus GUM, an dem man vorbei auf die Nordostseite des Platzes gelangt.


Der Kreml

Der Kreml war mehr als 40 Jahre als Machtzentrum der Sowjetunion, die der damalige US-Präsident Ronald Reagan noch vor genau 35 Jahren als das Reich des Bösen genannt hatte, eines der Symbole für den Ost-West-Konflikt im Kalten Krieg. Menschen im Westen fürchteten die dunklen Pläne, die den Befürchtungen nach hinter den dicken Mauern des Kreml ausgeheckt wurden.

Der Kreml hat eine lange Historie als Festung und Keimzelle der moderneren Metropole Moskau und ist in Dreiecks-Form auf der heute Kreml-Hügel genannten natürlichen Erhebung über dem Fluss Moskwa errichtet worden. Um ihn herum hat sich über knapp tausend Jahre die heutige Weltmetropole Moskau kreisförmig ausgebreitet. Die Straße um den Kreml gilt in der Moskauer Zählweise als die erste von mehreren Ringstraßen.

Heute hat der Kreml sein furchteinflößendes Image verloren und kommt für Touristen als einladende und historische Sehenswürdigkeit von Weltrang daher, die für nur wenige Euro Eintritt besichtigt werden kann – wobei der Kreml auch heute noch immer Sitz des russischen Präsidenten und damit einer der wichtigsten Orte im politischen Weltgeschehen ist.

Dennoch können weite Teile des 28 Hektar großen Geländes mittlerweile von Touristen besichtigt werden – mit Ausnahme der Kreml-Türme, dem Präsidenten-Palast sowie dem Senatspalast. Als erster Anlaufpunkt auf dem Gelände ist der sogenannte Kathedralen-Platz zu nennen, der das geographische Zentrum des Kremls, sowie gleichzeitig die höchste Erhebung des Kreml-Hügels ist und die drei ältesten Bauwerke des Komplexes enthält.

Die drei im 15. Jahrhundert errichteten Kathedralen des Kremls (die Mariä-Entschlafens-, die Erzengel-Michael- und die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale), die zusammen mit dem Glockenturm Iwan der Große und der Maria-Gewandniederlegungs-Kathedrale das berühmteste Ensemble innerhalb des Kremls bilden. Ebenso hier zu besichtigen sind in erster Linie die Rüstkammer und der Patriarchenpalast.

Um auf das Kreml-Gelände zu gelangen, muss man eine Sicherheits-Schleuse an einem der beiden öffentlich zugänglichen Eingänge passieren – diese befinden sich am Kutafja- und am Borowizki-Turm. Eintrittskarten kosten ab 500 Rubel aufwärts, wobei der Eintritt in die Rüstkammer, sowie zum Glockenturm Iwan der Große und in den Patriarchenpalast gesondert bezahlt werden müssen.

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Lenin Mausoleum

Man mag es für ein makaberes Spektakel halten, doch Lenin ist auch fast einhundert Jahre nach seinem Tod ein absoluter Anziehungspunkt. Dabei ist der Gründervaters der Sowjetunion nicht nur für Anhänger des Kommunismus eine faszinierenden historische Figur von Weltrang.

Trotz anhaltender Diskussionen um eine endgültige Beerdigung des Anführers der kommunistischen Oktober-Revolution im Jahre 1918, kommen Jahr für Jahr Hunderttausende in den dunkel gehaltenen Marmor-Bau auf dem Roten Platz, direkt an der Kreml-Mauer, um den kurz nach seinem Tod im Jahr 1924 einbalsamierten Körper zu sehen.

Zum Teil müssen Besucher erhebliche Wartezeiten auf sich nehmen und überdies sind Fotoaufnahmen aus dem Inneren des Mausoleums verboten. Doch ein Besuch ist für Moskau-Besucher dennoch ein Muss, zumal der Besuch umsonst ist. Zu beachten ist, dass das Mausoleum lediglich Dienstags, Mittwochs, Donnerstags und Sonntags von 9 bis 13 Uhr geöffnet ist.

Die Schlange beginnt hinter dem historischen Museum und bevor man in das eigentliche Mausoleum kommt, muss man eine Flughafen-ähnliche Sicherheits-Schleuse passieren – Kameras und auch Handys dürfen nicht mit ins Mausoleum genommen werden, können aber gegen einen kleinen Obolus in einer Art Garderobe sicher aufbewahrt werden. Auf dem Weg aus dem Mausoleum hinaus, kommt man nach dem Besuch an den Gräbern der anderen Sowjet-Staatschefs vorbei.

Darunter auch am Grab von Josef Stalin, der nach seinem Tod kurzzeitig neben Lenin im Mausoleum aufbewahrt worden war. Doch im Zuge der Entstalinisierung wurde der als grausam bekannte Diktator an den weniger prominenten Ort hinter dem Mausoleum verlegt.

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Aleksander-Garten (Aleksandrovsky Sad)

Besucht man Moskau im Sommer, kann einem das Treiben in der Millionen-Metropole durchaus über den Kopf wachsen. Die Stadt, die vor allem für ihre eisigen Winter bekannt ist, kann im Sommer zu einem absoluten Glutofen werden. Bis an den Rand der Metropole braucht man zum Teil über eine Stunde. Der perfekte Rückzugsort, Mitten im Zentrum Moskaus gelegen, ist deshalb der Alexandergarten.

Direkt an der Westmauer des Kreml gelegen, ist der Alexandergarten zwar lediglich ein kleiner, aber dafür umso gepflegterer Park, der sich bis zum nahegelegenen Manegenplatz erstreckt. Sobald im Frühling die ersten Sonnenstrahlen die vom langen Winter gequälten Moskowiter erwärmen, machen sie sich auf ins Grüne. Wer Mitten im Zentrum ist, wählt dabei den kleinen Park direkt am Kreml.

Mit einem Café in der Hand, den man sich am Manegenplatz besorgen kann, lässt es sich hier wunderbar zwischen den akkurat gepflegten Blumenbeeten verweilen. Der Eintritt ist kostenlos. Mit dem Grab des unbekannten Soldaten und der regelmäßigen Wachablösung gibt es hier sogar noch eine echte touristische Sehenswürdigkeit obendrauf.


Die Moskauer Metro

Wohl in keiner anderen Metropole der Welt würde man die U-Bahn zu einer Sehenswürdigkeit erklären. Ob in New York, Berlin, London oder Paris – die Großstädter der Weltmetropolen verbindet beim besten Willen maximal eine Hassliebe zu ihrer Metro. In Moskau ist das anders – die Bewohner der russischen Metropole lieben ihre Metro und das hat auch seinen Grund: Zu Frühzeiten des Metro-Baus ließ Diktator Stalin die Stationen zu „Palästen der Arbeiterschaft“ bauen.

All der Prunk der Zaren, den der einfache Russe nie zu Gesicht bekam, sollte nun allen, egal welcher Herkunft, offen sein. Und tatsächlich sind eine ganze Reihe von Stationen der Moskauer Metro, die jeweils kurz vor oder nach dem Krieg gebaut wurden, unübertroffene architektonische Meisterwerke.

Die Station Mayakovskaya wird oft mit einem Ballsaal verglichen, ob ihrer Kronleuchter und Ornamente. Die Haltestelle Teatralnaya, direkt unter dem weltberühmten Bolshoi-Theater gelegen, glänzt mit Verzierungen, die an die Theater- und Ballett-Tradition des Landes erinnern. Bunte Glasfenster, fast wie in einem Sakralbau, zieren die Station Novoslobodskaya.

Doch die ungekürte Königin unter den Moskauer Metro-Schönheiten ist die Station Komsomolskaya, benannt nach der Jugend-Organisation der Sowjetunion. Mit ihren riesigen Kronleuchtern und detailreichen Deckenverzierungen ist sie das Kronjuwel unter den 224 Metro-Stationen. Nicht selten stehen Touristen in der Mitte des Bahnsteigs und fotografieren unter den genervten Blicken der Pendler, die nur möglichst schnell von und zur Arbeit an den nervigen Touris vorbei gehen wollen.

Eine Fahrt mit der Metro kostet aktuell 55 Rubel und damit deutlich weniger als einen Euro. Für eine Tour der schönsten Stationen sollte man einige Stunden einplanen, doch die gute Nachricht ist: Einmal hinter dem Drehkreuz reicht ein einziges Ticket, um so lange im Metro-System zu bleiben, wie gewünscht.


Bolshoi Theater

Tschaikowski Schwanensee, oder der Nussknacker vom gleichen legendären russischen Komponisten einmal auf der berühmten Bühne des Bolshoi zu sehen – das ist der Traum eines jeden Ballet-Fans. Nirgends sonst wird die feine Kunst des musischen Tanzes so sehr gelebt, wie in Russland – und das schon seit den Zarenzeiten.

Das Bolshoi selbst glänzt seit seiner aufwendigen und fast eine Milliarde Dollar teuren Renovierung vor wenigen Jahren wieder im alten Glanz, den es seit seinem Bau im Jahr 1776 versprüht. Der große historische Saal des Baus beeindruckt mit seinen opulenten goldenen Verzierungen und kreiert eine ganz besondere Atmosphäre – diesen nutzten auch die kommunistischen Führer der Sowjetunion, die im direkt am Kreml gelegenen Bau ihre Parteitage abhielten. Das Theater ist derart berühmt, dass es aktuell auch den 100-Rubel-Geldschein ziert.

Wenn man heute in das wohl berühmteste Ballet-Theater der Welt möchte, ist das einfacher denn je. Auf der offiziellen Webpräsenz bolshoi.ru findet man bereits Monate im Voraus das Programm und kann zu sehr humanen Preisen bestellen. Bereits ab 100 Rubel, also weniger als 2€ gibt es die billigsten Plätze im Saal zu buchen. Jedoch sollte man sich bereits früh mit Karten eindecken, da die Vorstellungen meist wochenlang vorher ausgebucht sind.

Selbst für gute Plätze zahlt man im Vergleich mit Westeuropa sehr moderate Preise. Auf einige Dinge sollte man allerdings achten: Ordentliche angemessene Kleidung werden gern gesehen, sind aber abgesehen von der Hosenpflicht bei Männern kein Ausschlusskriterium. Wer zu spät kommt, muss bis zur nächsten Pause draußen warten, um die anderen Gäste während der Vorstellung nicht zu stören. Das Bolshoi erreicht man am besten mit der Moskauer Metro über die eigens für das Theater errichtete Station Teatralnaya, deren Aufgang direkt vorm Haupteingang ist.

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Basilius-Kathedrale

Auf der Stirnseite des Roten Platzes steht sie am wohl prominentesten Flecks des ganzen Landes – die Basilius-Kathedrale. Dabei ist berühmte Kirche, die so ziemlich jedes Postkartenmotiv der russischen Hauptstadt ziert, seit Sowjetzeiten eigentlich gar keine Kirche mehr.

Die Mitte des 16. Jahrhunderts von Iwan dem Schrecklichen errichtet Kirche im orthodoxen Zuckerbäckerstil wurde in den 1920er-Jahren von den Kommunisten umgewidmet und wurde damit Teil des auf der anderen Seite des Roten Platzes gelegenen historischen Museums. Das Innere des Sakralbaus wurde zum Glück aber in seiner historischen Original-Form beibehalten und so kann man noch heute die wunderschönen Verzierungen begutachten.

Auch nach dem Ende der Sowjetzeit bleibt die Kathedrale Staatsbesitz und ein Museum – ab und an jedoch, werden nun auch hier wieder Gottesdienste abgehalten. Ihre neun individuellen Kapellen bilden ein graziles sowie farbenfrohes Gesamt-Ensemble – dabei unterscheiden sich die einzelnen Kapellen zum Teil auch stark im Baustil.

Der Eintritt kostet aktuell 500 Rubel und eine Führung in englischer Sprache weitere 500 Rubel. In den Wintermonaten ist die Kathedrale lediglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet, in den Sommermonaten jedoch von 9 bis 21 Uhr. Am ersten Mittwoch im Monat und bei Temperaturen unter -15 Grad bleibt die Kathedrale geschlossen.


Das GUM Kaufhaus

Die Abkürzung GUM steht im Russischen für Haupt-Universal-Geschäft und klingt für einen derartigen Shopping-Tempel erst einmal recht technisch. Das gegenüber vom Kreml am roten Platz gelegene GUM existiert seit 1920 als Warenhaus und war zuvor ein Markt. Die Fassade des 1890 errichteten Baus passt wunderbar in das Gesamtbild des Roten Platzes und wird Nachts fotogen angeleuchtet.

Anders, als in der Mangelwirtschaft der Sowjet-Zeit, hat das GUM heute wirklich alles zu bieten, was man sich nur vorstellen kann. Es ist zum Aushängeschild der Shopping- und Mode-Metropole Moskau geworden. Doch finden sich hier heute vor allem kleinere Luxus-Läden. Von westlichen Haut-Couture-Boutiquen wie Prada oder Gucci, bis hin zum Pelz für den eisigen russischen Winter, findet der gut betuchte Moskowiter oder Tourist hier alles, was das Herz begehrt.

Doch auch Normalsterbliche können durch die weitläufigen und wunderschön hergerichteten Arkaden des GUM laufen und zwar kostenfrei. Cafes laden zum Verweilen ein. Ein Delikatessen-Laden im Erdgeschoss verkauft russische Spezialitäten und zwar zu humanen Preisen. Schokolade, Honig und Kaviar, sowie der in Russland allgegenwärtige Wodka, lassen sich hier als Mitbringsel für die Freunde und Familie daheim besorgen. Zudem lässt es sich in der im Obergeschoss gelegenen Cafeteria sowjetischer Art sehr günstig zum Mittag essen.

Ein besonderes Highlight bietet das GUM jeden Winter, wenn die Kaufhaus-Administration vor dem Gebäude direkt auf dem Roten Platz eine Eisfläche errichtet. Für nur 200 bis 300 Rubel pro Stunde, abhängig von der Tageszeit kann man hier die Schlittschuhe schnüren und mit dem einmaligen Panorama Roter Platz über das Eis gleiten.

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Das historische Museum

Der rote Backsteinbau befindet sich ebenso auf dem Roten Platz und ist dazu ein echter Blickfänger. Eingebettet zwischen Kreml, dem Lenin Mausoleum und der kleinen Kasaner Kathedrale liegt das historische Museum auf der gegenüberliegenden Seite der Basilius-Kathedrale. Es ist der russischen Geschichte gewidmet und im altrussischen Stil errichtet, auch wenn der Bau erst im Jahr 1883 eröffnet wurde.

Das Museum beherbergt in 16 Abteilungen alles von einer Ausstellung über die Archäologie Russlands, über die technologischen Errungenschaften, bis hin zur Kunst des Riesenreichs und zählt insgesamt über 4,5 Millionen Ausstellungsstücke. Wer sich also für die Geschichte Russlands interessiert, kommt um einen Besuch des historischen Museums nicht herum und sollte dafür auch genügend Zeit einplanen.

Ein Besuch kostet, je nachdem welche Ausstellung man besuchen möchte, 150 bis 500 Rubel. Das Museum ist im Winter, Herbst und Frühjahr jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Dienstags geschlossen und Samstags von 10 bis 21 Uhr geöffnet. In den Sommermonaten gelten die verlängerten Samstags-Zeiten täglich.


Gorky Park

Er ist wohl der bekannteste Park der russischen Hauptstadt – ein Roman sowie dessen Verfilmung und eine russische Rockband tragen seinen Namen und zahlreiche Lieder von russischen wie internationalen Bands und TV-Serien, wie House of Cards erwähnen ihn oder handeln hier. Der Gorky Park, südwestlich vom absoluten Zentrum Moskaus am Fluss Moskwa gelegen, ist weit mehr als nur eine Grünfläche.

Der Park – mit seinem eher auf Familien-Attraktionen und Rummel ausgelegten einen Teil und dem  klassischen Park auf der anderen Seite des Geländes – ist er in den letzten Jahren zu einer der Treffpunkte von Moskowitern jeglicher Coleur geworden. Ob zum Yoga-Kurs, Familien-Picnic, oder Beachvolleyball-Match – hier trifft man sich und das nicht nur im Sommer. Denn auch im Gorky gibt es im Winter eine Eisfläche, die größte Moskaus sogar, die viele Einwohner Moskaus anzieht.

Eine großangelegte Renovierung 2011 hatte dem damals leicht heruntergekommenen Park neues Leben eingehaucht – die Achterbahnen wurden entfernt und dafür wurde mehr Wert auf die Pflege der Grünanlagen gelegt. Der Park blieb dennoch weiterhin kostenfrei und entwickelte sich erneut zu einem der geliebtesten Orte der Hauptstadt. Ob mit dem Mietrad durch die grüne Lunge, dem Tretboot über die zahlreichen Teiche oder schlicht auf der Parkbank dem Treiben zuschauen – ein Besuch im Gorki ist auch für Touristen absolut lohnenswert.


Tagesausflug Goldener Ring

So sehr die Metropole Moskau auch fasziniert, die Begleiterscheinungen einer Weltstadt wie Moskau – der Lärm, der Verkehr und die Menschenmengen – sie können einem jedem Touristen über den Kopf wachsen. Was bietet sich da besser an, als ein Tagesausflug, um dem organisierten Chaos der Weltstadt zu entkommen.

Die Orte des goldenen Rings in der Nähe von Moskau sind dafür ein ideales Ziel – nordöstlich der Metropole gelegen, bieten diese altrussischen Städte, die zum Teil schon weitaus länger bestehen als Moskau selbst, eine willkommene Abwechslung zum hektischen Trubel der Hauptstadt.

Die mehr als tausend Jahre alte Stadt Jaroslawl an der Wolga ist die größte, aber mit 260 km von Moskau gleichzeitig auch die am weitesten entfernte Stadt des goldenen Ringes. Für nur 450 Rubel kann man jedoch die dreistündige Zugfahrt dorthin antreten.

Jaroslawl ist seit 2005 Teil des Weltkulturerbes und vor allem für seine beiden Klöster bekannt – das Erlöser-Verklärungs-Kloster sowie das Kloster zu Mariä Tempelgang von Tolga liegen direkt an der Wolga bzw. dessen Zufluss Kotorosl kurz vor dessen Mündung in Europas längsten Fluss. Beide zeugen von der langen Geschichte der orthodoxen Kirche in Russlands historischem Herz.

Das Stadtbild Jaroslawls ist zudem mit seinen klassizistischen Bauten wirklich sehenswert – über die Straßen der gut 500.000 Einwohner zählenden Stadt zu schlendern ist ein willkommener Kontrast zu Moskau. Noch weitaus gemächlicher geht es in den Kleinstädten Susdal und Vladimir zu, die beide noch mit dem S-Bahn-Netz Moskaus (Elektrichka genannt) für gut 400 Rubel zu erreichen sind. In beiden Städten scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben – große Sakralbauten dominieren jeweils das Stadtbild.

Gerade die mitten in Vladimirs Zentrum gelegene Mariä-Entschlafens-Kathedrale, sowie das goldene mittelalterliche Tor sind die Anziehungspunkte für Touristen. Die im frühen 12. Jahrhundert erbaute Kirche ist vor allem für ihre fast 700 Jahre alten Wandmalereien und Fresken bekannt und zählt zum Weltkulturerbe. Der Susdaler Kreml ist ebenso Teil der UNESCO-Welterbe-Liste und wurde im Jahr 1024 erstmals schriftlich erwähnt.

Susdal mit seinen lediglich 10.000 Einwohnern hat sich noch den Charakter einer russischen Kleinstadt bewahrt und im Ort, der 2024 sein tausendjähriges Bestehen feiert, findet man noch zahlreiche der für das ländliche Russland typischen Holzbauten – ob Kirchen oder Wohnhäuser, die bunten Bauten eignen sich hervorragend als Fotomotiv und vermitteln einen Eindruck über das einfache russische Land-Leben abseits der Metropolen.


VDNKh

Die Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaften steht nicht in jedem Reiseführer als klassisches Must See der russischen Haupstadt. Doch kein anderer Ort in der modernen Mega-Metropole versprüht noch heute dermaßen den Geist der Sowjetunion, als das Gelände im Norden Moskaus. Es war einst vor dem zweiten Weltkrieg als Landwirtschaftsausstellung errichtet worden, wurde dann aber zu einer Art Weltausstellung der 15 einzelnen Sowjet-Teilstaaten und ihrer Errungenschaften umfirmiert.

Von der armenischen, estnischen und kirgisischen Kultur, über die sowjetischen Errungenschaften in der Raumfahrt und Atomkraft, bis hin zu Statuen über die Helden der Sowjet-Geschichts-Erzählung war das VNDKh (Выставка достижений народного хозяйства) eine absolute Attraktion bis zum Fall der Sowjetunion 1991. Danach verfiel der alte Charme zusehends und in den großen Zentralpavillon, der im prachtvoll-pompösen stalinistischen Stil erreichtet wurde, zogen Kleinhändler ein, die kitschige Souvenirs und Matroschkas verkauften.

Seit ihrer Renovierung im Jahr 2014 ist die Ausstellung im parkähnlichen Gelände aber absolut wieder einen Ausflug wert und mit der gleichnamigen Metro-Station kommt man ohne Probleme und zügig aus dem Zentrum zur VDNKh. Schrullige Mitbringsel gibt es noch immer, dazu sehenswerte riesige Sowjet-Monumente, sowie zahlreiche Fahrgeschäfte für Kinder. Die Kosmos-Austellung existiert weiterhin und ist mittlerweile Teil des Kosmonautenmuseums, welches sich von der Metro-Station aus kommend am Stirnende des Parks befindet.

Hier kann man die verschiedenen Leistungen der sowjetischen und russischen Raumfahrt plastisch erleben. Vom allerersten Satelliten Sputnik, dem Raumanzug von Juri Gargarin, dem allerersten Menschen im All, bis zur Raumfähre Buran lässt sich hier unglaublich viel über die Eroberung des Kosmos erfahren. Jedoch sollte man allein für den Besuch des Kosmonautenmuseums mehrere Stunden einplanen.

Mehr zum Kosmonautenmuseum


Pushkin-Museum und Tretjakow-Galerie

Um das kulturelle Programm in Moskau abzurunden, sollte man bei einem Besuch der russischen Hauptstadt unbedingt einen Abstecher in das Puschkin-Museum und die Tretjakow-Galerie machen. Das einstige Museum der schönen Künste wurde nach dem Tod Alexander Puschkins im Jahre 1937 nach diesem benannt – es ist bis heute eine der bedeutendsten Kunstsammlungen weltweit.

Unweit südlich des Kremls, genau gegenüber der Christ-Erlöser-Kathedrale gelegen, beherbergt ein eigens 1898 dafür errichteter klassischer Bau das Museum. Von frühbyzantinischer Kunst, über die berühmte Madonna von Lukas Cranach, die italienischen Meister, Peter Paul Rubens bis hin zu Meisterwerken des Expressionismus, beispielsweise von Paul Cézanne, kann man hier eine riesige Auswahl an bedeutender Kunst bewundern.

Die reguläre Eintrittskarte kostet 400 Rubel und das Museum ist am Wochenende von 11 bis 20 Uhr geöffnet, unter der Woche gar bis 20 Uhr – lediglich Montag ist Ruhetag.

Die zweite bedeutenden Kunstsammlung der Hauptstadt ist die staatliche Tretjakow-Galerie. Einst vom Textil-Unternehmer und Philanthrop Pawel Tretjakow als Sammlung einheimischer zeitgenössischer Kunst im Jahre 1851 gestartet, hat sich die Galerie nun zu einem der kulturellen Highlights Russlands entwickelt. Im Gegensatz zum Puschkin-Museum findet man hier in erster Linie russische Kunst des 19. Jahrhunderts sowie ältere Ikonen. Der Eintritt kostet 500 Rubel und die Galerie ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet – auch hier ist Montag der Ruhetag.

Einmal über den roten Platz flanieren, Lenin treffen und den weltberühmten Kreml sehen? Dann brauchst du zu allererst ein Visum!

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