Die beste Reisezeit für eine Russland-Reise

Von Alexander Popov

Das nächste Urlaubsziel steht fest, es soll nach Russland gehen, das Riesenreich will erkundet werden. Doch wann lohnt es sich eigentlich am meisten sich in das größte Land der Erde aufzumachen? Welche Jahreszeit bietet sich am meisten an? Natürlich können wir hier keine Empfehlungen für jede Region in Russland, das sich über knapp 10.000 km und elf Zeitzonen von Polen bis nach Alaska erstreckt, abgegeben. Aber zumindest für Russlands beliebteste Destination, die Hauptstadt Moskau, wollen wir das tun.

Moskau im Winter

Dass russische Winter sehr kalt und harsch sein können, ist allseits bekannt. Nicht umsonst assoziieren die meisten Menschen Russland mit dem eisigen Winter und nicht umsonst spielt Väterchen Frost als eine Art Weihnachtsmann in der russischen Kultur eine gewichtige Rolle. Für Touristen ist der russische Winter sicherlich die unbeliebteste Jahreszeit, fällt doch das Thermometer in Moskau fast jeden Winter zumindest für ein paar Tage deutlich unter -20 Grad.

Gleichwohl kann man selbst im Winter mit dem Wetter Glück haben – die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen betragen in den kältesten Monaten Januar und Februar -9,1 bzw. -9,8 Grad, während man schon im März wieder regelmäßig Plus-Grade erlebt. Wem das nicht zu kalt ist, den erwartet ein ganz anderes Moskau, ohne die Touristen-Ströme und mit einer eigenen Faszination.

Auf dem roten Platz lädt eine Eisbahn vor dem Luxus-Kaufhaus GUM zum Schlittschuhlaufen und den wohl berühmtesten Platz des Landes zieren zudem zahlreiche Eisskulpturen. Die Neujahrsfeierlichkeiten, nach dem im orthodoxen Kulturraum gebräuchlichen julianischen Kalender erst einige Wochen später als hierzulande, sind eine große Fete in ganz Moskau.

Im Februar schließlich feiern die Russen ihre Art der Fastnacht, die Masleniza genannt wird. Pferdeschlitten ziehen durch die Parks gezogen, Clowns erzählen Geschichten und es werden traditionelle Bliny-Pfannkuchen gegessen. Man sollten den Winter also durchaus als Reisezeit für Moskau in Betracht ziehen, jedoch auf keinen Fall vergessen einen warmen Mantel, Stiefel, Schal und Handschuhe mitzunehmen.

Moskau im Frühling

Rein von den Temperaturen her ist der Frühling meist die beliebteste Reisezeit und tatsächlich springt die durchschnittliche Höchsttemperatur in Moskau vom Februar zum März von knapp drei auf 19 Grad. Jedoch kann man als Tourist im Mai genauso Pech haben und kalte Tage erwischen, wie es bereits im März sehr warm sein kann.

Sobald aber die ersten Sonnenstrahlen die Stadt aus dem eisigen Winter erwacht, zieht es die Moskowiter ins Freie – ob in den Gorki Park ans Ufer der Moskwa oder in den Alexander-Garten direkt an der Kreml-Mauer, oder in einen der auch in Moskau beliebten Biergärten. Der Frühling mit seinen angenehmen Temperaturen ist eine tolle Zeit, die Stadt zu erkunden.

Dazu feiern die Russen im Mai zwei der wichtigsten Feiertage. Sowohl der 1. Mai, also der Tag der Arbeit, als auch der 9. Mai, der Tag des Sieges im großen vaterländischen Krieg werden alljährlich groß begangen. Speziell der Sieg über Nazideutschland spielt für die Russen bis heute eine große Rolle. Auch als Deutscher ist man bei der Parade durch die Stadt und am roten Platz gerngesehener Gast. Jedoch muss man auch bedenken, dass der gesamte Verkehr in der Stadt zum Stillstand kommt und viele Geschäfte geschlossen sind.

Wenn man die große Schneeschmelze, in der es meist ein bis zwei Wochen matschig regnerisch und insgesamt sehr unangenehm ist, vermeidet, ist der Frühling sicherlich die angenehmste Reisezeit. Jedoch ist gerade der Wonnemonat Mai die beliebteste Touristen-Saison – in den Museen der Stadt, in der belieben Arbat-Straße und im Kreml bilden sich lange Schlangen mit Touristen.

Moskau im Sommer

Man mag Moskau vielleicht nicht unbedingt mit dem Sommer assoziieren, aber die Höchsttemperaturen im Juli und August sind durchaus mit denen in Berlin vergleichbar. Das Thermometer in der russischen Hauptstadt kann dabei weit über dreißig Grad steigen und anders, als in Südeuropa, sind Klimaanlagen nicht sonderlich weit verbreitet.

In den U-Bahnen wird es stickig heiß und in Moskau gibt es wenig Chancen sich abzukühlen. Um Seen und unbebaute Uferstellen der Moskwa zu finden, muss man schon etliche Kilometer aus dem Zentrum hinaus – Serebryany Bor im Nordwesten der Hauptstadt mit seinen Seen und Badestellen wäre da eine Option.

Jedoch sind die Tage im Sommer natürlich auch besonders lang – aufgrund der nördlichen Lage Moskaus genießt die russische Hauptstadt im Juni mehr als 18 Stunden Sonnenschein pro Tag. Dementsprechend viel passiert im Freien – Open-Air-Konzerte im Gorki-Park, Cafés mit Dutzenden Plätzen im Freien, mobile Eisstände – das Leben spielt sich generell draußen ab und will genossen werden.

Viele Russen zieht es in die heißen Monate auf die Datschen – kleine Ferienhäuser im Grünen, die schon zu Sowjet-Zeiten unglaublich beliebt waren. Man will der Hitze in der Stadt entkommen und dementsprechend ist es im Zentrum ein wenig ruhiger, als noch im Mai und Anfang Juni.

Moskau im Herbst

Der Herbst beginnt in der russischen Hauptstadt mit dem alljährlichen „Den Goroda“ dem großen Stadtfest, das in der ersten September-Woche begangen wird. Konzerte auf dem roten Platz, eine Parade, Essenstände und zum Abschluss ein großes Feuerwerk. Auch für Touristen kann das große Stadtfest eine Attraktion sein.

Im Oktober steht das große kulturelle Highlight des Jahres auf dem Programm: Die Moskau Biennale wird den gesamten Oktober lang mit hunderten klassischen Konzerten und Kunst-Ausstellungen über die ganze Stadt verteilt begangen.

In Sachen Wetter ist der Herbst in Moskau sehr kurz und relativ unberechenbar. Während man im September noch quasi sommerähnliches Wetter haben kann, fällt der erste Schnee genauso häufig schon im Oktober. Für Touristen ist aber gerade der September ein nahezu perfekter Zeitraum um die russische Hauptstadt zu besuchen.

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